Wenn Fehlzeiten mehr erzählen, als wir denken
- Angelika Bordt

- 17. März
- 2 Min. Lesezeit
Eine Führungsgeschichte aus der Praxis
Montagmorgen.
Der Blick in die Kennzahlen zeigt es sofort: Der Krankenstand im Team ist erneut gestiegen. Für viele Unternehmen beginnt an dieser Stelle eine bekannte Diskussion:
Sind Mitarbeitende weniger belastbar geworden?
Müssen wir strenger kontrollieren?
Liegt es an der Generation Z?
Doch unsere Erfahrung in der Quantensprung Consulting zeigt: Die spannendere Frage lautet meist eine andere.
Was wollen uns diese Fehlzeiten eigentlich sagen?

Die Geschichte hinter der Zahl
Vor einiger Zeit arbeitete eine Führungskraft aus einem mittelständischen Unternehmen mit uns an genau diesem Thema. Ihr Team hatte einen überdurchschnittlich hohen Krankenstand. Die Vermutung im Unternehmen: mangelnde Motivation.
Im ersten Workshop stellte sich jedoch etwas anderes heraus. Die Mitarbeitenden arbeiteten engagiert – aber sie arbeiteten dauerhaft am Limit:
Projekte ohne klare Prioritäten
häufige kurzfristige Änderungen
kaum Raum für Erholung
Führung im permanenten Krisenmodus
Die Folge: Überlastung, Frustration und irgendwann Krankmeldungen. Nicht aus mangelnder Motivation – sondern aus Selbstschutz.
Fehlzeiten sind oft ein Organisationssignal
Fehlzeiten entstehen selten aus einem einzigen Grund. Sie sind meist das Ergebnis eines Systems. Ein System aus:
Führung
Arbeitsorganisation
Kommunikation
Kultur
Wenn eines dieser Elemente aus dem Gleichgewicht gerät, zeigt sich das häufig zuerst in der Energie der Menschen – und schließlich in den Fehlzeiten.
Der Wendepunkt: Führung verändert das System
Die Führungskraft aus dem Beispiel hat etwas Entscheidendes getan: Sie begann nicht bei der Kontrolle der Mitarbeitenden. Sie begann bei sich selbst und der Führung ihres Teams.
Gemeinsam arbeiteten wir an drei Hebeln:
Klarheit schaffen: Prioritäten, Rollen und Erwartungen wurden neu definiert.
Gespräche führen: Regelmäßige Check-ins ersetzten spontane Krisenrunden.
Belastung sichtbar machen: Überlastung durfte endlich offen angesprochen werden.
Das Ergebnis nach einigen Monaten:
spürbar bessere Stimmung im Team
höhere Eigenverantwortung
sinkende Fehlzeiten
Nicht, weil Druck aufgebaut wurde. Sondern weil Führung bewusster gestaltet wurde.
Was Führungskräfte daraus lernen können
Wenn Fehlzeiten steigen, lohnt sich ein Perspektivwechsel. Die entscheidende Frage lautet nicht:
„Wie bringen wir Mitarbeitende dazu, seltener krank zu sein?“
Sondern:
„Was in unserem System macht es Menschen schwer, gesund zu bleiben?“
Unternehmen, die diese Frage ernst nehmen, entdecken oft ihren größten Hebel: die Qualität ihrer Führung.
Ein Impuls der Quantensprung Akademie
Gesunde Organisationen entstehen nicht zufällig. Sie entstehen durch bewusste Führung. Führung, die
zuhört
Orientierung gibt
Verantwortung verteilt
und Menschen stärkt.
Wenn das gelingt, verändern sich nicht nur Kennzahlen.
Es verändert sich die Energie einer ganzen Organisation.
Und genau dort beginnt der eigentliche Quantensprung.




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